Wenn du eine Speisekarte für Touristen übersetzt, behältst du die Originalnamen der Gerichte, ergänzt in jeder Gästesprache eine kurze, schlichte Beschreibung, übersetzt die Allergenlegende und die Überschriften und hältst jede Version auf dem Stand des Originals, sobald sich ein Gericht oder ein Preis ändert. Die Übersetzung selbst geht schnell. Schwierig wird es für die meisten Restaurants, vier oder fünf Sprachversionen eine ganze Saison lang korrekt zu halten.
Dieser Leitfaden zeigt, welche Sprachen du wählst, was du übersetzt und was du besser lässt, welche Fehler Gäste zum Lachen bringen oder verunsichern und wie du mehrere Sprachen pflegst, ohne mehrere Speisekarten zu führen.
Wähl die Sprachen nach deinen Gästen, nicht nach einer Liste
Bevor du irgendetwas übersetzt, schau dir an, wer tatsächlich zu dir kommt:
- Frag dein Team. Die Servicekräfte wissen, welche Sprachen sie im Juli jeden Tag hören.
- Sieh dir Reservierungen und Bewertungen an. Namen, Ländervorwahlen und die Sprache der Bewertungen zeigen, woher die Gäste kommen.
- Frag die Tourist-Info oder die Hotels in der Nachbarschaft. Sie kennen die Herkunftsmärkte der Saison.
Zwei oder drei Sprachen, die den Großteil deiner ausländischen Gäste abdecken, sind mehr wert als acht, die niemand prüft. Englisch ist fast immer dabei, weil viele Touristen darauf ausweichen.
Was du übersetzt und was du behältst
Behalte den Namen des Gerichts. „Ćevapi“, „Wiener Schnitzel“ oder „Pastel de nata“ sind genau das, weswegen Gäste kommen. Wer den Namen übersetzt, nimmt dem Gericht seine Identität und erzeugt oft etwas Merkwürdiges. Stell das Original an den Anfang und erklär es darunter.
Übersetze die Beschreibung. Ein Satz in einfachen Worten: was es ist, wie es zubereitet wird, was dazu serviert wird. „Gegrillte Röllchen aus Rinderhack mit Fladenbrot, Zwiebeln und Ajvar (Paprikamus).“
Erklär lokale Zutaten. Ajvar, Speck, Kajmak, Txakoli: Ein paar Worte in Klammern ersparen deinem Team an jedem Tisch eine Rückfrage.
Übersetze die Struktur. Überschriften wie Vorspeisen, Hauptgerichte, Beilagen, Desserts, Getränke und Hinweise wie „bis 15 Uhr“ oder „für zwei Personen“.
Übersetze die Allergenlegende. Gäste mit Allergien lesen die Legende genauer als alles andere auf der Seite. Eine Legende, die es nur in der Landessprache gibt, ist ein echtes Sicherheitsproblem. Mehr zu den Vorgaben findest du in der Liste der 14 Allergene.
Übersetze keine Preise, aber denk an die Währung. Der Preis bleibt der Preis. Wenn viele Gäste in einer anderen Währung denken, zeigen manche Restaurants eine zweite Währung an. Wenn du das machst, trag den Betrag selbst ein und halte ihn aktuell, statt dich auf einen Wechselkurs zu verlassen, der sich täglich ändert.
Die Fehler, die Gästen auffallen
- Wörtliche Übersetzungen von Gerichtnamen. Die lustigen Speisekarten-Fotos, die im Netz kursieren, stammen meist aus Wort-für-Wort-Übersetzungen eines lokalen Namens.
- Gemischte Sprachen in einer Zeile. Die halbe Beschreibung auf Englisch, die Zubereitungsart noch in der Landessprache.
- Veraltete Versionen. Die Karte in der Landessprache hat im Mai ein neues Gericht und einen neuen Preis bekommen, die englische nicht. Gäste bestellen, was es nicht mehr gibt, oder sehen auf der Rechnung einen anderen Preis.
- Fehlende Allergenangaben in der übersetzten Version.
- Zu viele Sprachen auf einem Blatt. Fünf Sprachen unter jedem Gericht machen eine gedruckte Karte unlesbar. Eine eigene Seite oder eine Handy-Speisekarte mit Sprachumschalter funktioniert besser.
Maschinelle Übersetzung: gut als erster Entwurf
Maschinelle und KI-Übersetzung ist gut bei Beschreibungen und schwach bei kulturellen Feinheiten. Eine sinnvolle Routine:
- Beschreibungen automatisch als ersten Entwurf übersetzen.
- Die Originalnamen der Gerichte unverändert lassen.
- Eine Muttersprachlerin, einen Mitarbeiter oder einen Stammgast bitten, jede Sprache einmal gegenzulesen.
- Die wenigen Zeilen korrigieren, die falsch klingen, und diese Korrekturen bei der nächsten Übersetzung beibehalten.
Das Gegenlesen einer Sprache dauert meist etwa eine Stunde und erspart dir eine Saison voller verwirrter Fragen.
Eine Speisekarte, mehrere Sprachen
Die eigentlichen Kosten einer mehrsprachigen Speisekarte liegen in der Pflege. Jede Preisänderung, jedes neue Gericht, jedes ausverkaufte Tagesgericht muss in jeder Sprache nachgezogen werden. Mit getrennten Dateien pro Sprache ist spätestens im August eine davon falsch.
Die Lösung: Die Speisekarte liegt an einem Ort, jedes Gericht enthält seine eigenen Übersetzungen, und jede Version entsteht aus diesem einen Datensatz – die QR-Speisekarte, die gedruckte Karte, die Website und der Bildschirm im Schaufenster.
So funktioniert es in Restaurant Hub
In Restaurant Hub, der Speisekarten-App in KIMISUITE, legst du eine Standardsprache fest und aktivierst weitere Sprachen, jeweils mit ihrer Flagge. Jedes Gericht, jede Kategorie, jedes Tagesangebot und jede Aktion hat pro Sprache einen Namen und eine Beschreibung, und der Button „In alle Sprachen übersetzen“ füllt sie mit einem Klick per KI aus. Danach liest du das Ergebnis und korrigierst es.
Aus derselben Speisekarte:
- wechseln Gäste auf der digitalen QR-Speisekarte die Sprache über die Flagge in der Fußzeile, und Kategorien, Texte und Preisformat wechseln mit
- entsteht die gedruckte Speisekarte pro Sprache, sodass du eine englische und eine deutsche Version nebeneinander drucken kannst
- lässt sich das Speisekarten-Widget auf deiner Website in einer bestimmten Sprache einbinden
- lassen sich die Namen von Allergenen und Zusatzstoffen in jede hinzugefügte Sprache übersetzen
Preise werden pro Währung gepflegt, nicht pro Sprache. Du kannst weitere Währungen hinzufügen und für jede einen Preis eintragen. Restaurant Hub rechnet sie nicht automatisch um, der Preis, den ein Gast sieht, ist also immer der, den du eingetragen hast. Mehr zur Funktion findest du unter mehrsprachige Speisekarten mit KI-Übersetzung.
Checkliste vor der Saison
- Zwei oder drei Sprachen nach deinen tatsächlichen Gästen gewählt
- Originalnamen der Gerichte behalten, einfache Beschreibungen ergänzt
- Lokale Zutaten in ein paar Worten erklärt
- Überschriften, Hinweise und Allergenlegende übersetzt
- Jede Sprache einmal von einer Muttersprachlerin oder einem Muttersprachler gegengelesen
- Zweite Währung entschieden und von Hand eingetragen – oder bewusst weggelassen
- Eine Quelle für alle Speisekarten, damit eine Preisänderung nur einmal nötig ist
- Das Team kennt die übersetzten Namen der meistgefragten Gerichte


